Über die meistenteils friedliche Koexistenz sind meine beiden Kater nie hinausgekommen. Bei meiner zusammengewürfelten Truppe – Shari zuerst, dann Leo als Rettungskater, schließlich Merlin als Zugelaufener – habe ich auch nie mit Wundern gerechnet. Häuslicher Frieden reicht. Vorab: Kastriert/sterilisiert und gechipt sind sie alle.
Doch blieb die Macht stark in den beiden Katern. Der Frühling auf der Grenze zum Frühsommer bleibt schwierig. Heute war es wieder so weit. Den ganzen Tag über hatte der Jungspund am Altkater herumgenervt, erfolglos, weil ich intervenierte. Um zehn am Abend brach dann die Hölle los: Die beiden Kater im Kampfknäuel auf dem Balkon, mit Heidenlärm und ernsthafter Absicht auf beiden Seiten die Rangfolge zu ändern bzw. zu bewahren.
Wenn in der Kugel der eine vom anderen nicht mehr zu unterscheiden ist, empfiehlt es nicht händisch dazwischen zu gehen. Ich schrie, ich klatschte über ihnen in die Hände – kein Effekt. Schlussendlich begoss die Herren mit sehr viel Wasser, aber erst der dritte Ansatz – da waren sie schon in der Küche – war erfolgreich. Auch da war die Bereitschaft für die nächste Runde noch zu sehen. Ich scheuche den Kleenen ins Wohnbüro. Tür zu. Der kleine Löwe hatte sich auf den Balkon verkrochen. So kommen sie jedenfalls nicht wieder zueinander.
Während sich die Herrschaften hoffentlich beruhigen wische ich fünf Liter Wasser und erhebliche Mengen an Fellfetzen aus der Küche.
Beide Tiere sind klatschnass und lassen sich nicht ungern von mir trockenrubbeln. Gut! Es erzählt mir eine Geschichte, wenn sie mich das tun lassen.
Keine blutenden Verletzung am Löwen, Augen und Nase o.B. Der Hexer hat einen üblen Kratzer an der Nase, der aber schnell aufhört zu bluten, sonst alles o.B. Beide Tiere lassen meine Grunduntersuchung friedlich zu. Offenbar ist nach wie vor klar: Chef bin ich.
Nun ist eine Stunde vergangen. Merlin schläft entspannt auf dem Korbstuhl. Der kleine Löwe ist empfindlicher – er ruht auf dem Katzenkissen am Balkon, schnurrt aber, wenn ich ihn anfasse.
Ich hole ihn jetzt rein. Und bin gespannt auf den Verlauf der Nacht. Mutmaßlich haben die Kater den Krieg längst vergessen.
Die Einzige, die angespannt bleibt, bin ich.
[0.13h – ich blicke vom Monitor auf. Merlin schläft auf dem Korbstuhl. Zu meiner Verblüffung liegt der kleine Löwe auf dem Schaukelsessel und schläft tief. Man fasst es nicht.]
Katzen, eye!

Altes Sprichwort: Pack schlägt sich, Pack verträgt sich,.
Du ahnst nicht wie mördergefährlich das immer aussieht. Es wird gebissen, gekratzt, geschrien. Allerdings offenbar gebremst, denn abgesehen von ein oder anderem nicht so gefährlichen Kratzer ist nie etwas passiert. Nur kann auch das Tierarztkosten nach sich ziehen (wie damals, als ein Kratzer Leos Auge erwischt hatte), die man nicht haben möchte.
Emotional ist es sowieso ganz anders. Jedes Mal habe ich den Eindruck, die wollten einander ernsthaft ans Leder.🙂
Na, ich denke, am Ergebnis ist zu merken, daß das nicht so ernst ist wie es aussieht.
Hier ists leider auch noch nicht vorbei: Mauski hat wieder heftig Prügel einstecken müssen, aber mehr Glück gehabt als beim letzten Mal.
Immerhin.
Man macht schon ‚was mit mit den Viechern.
Vor ein paar Jahren hatten wir eine Katze und einen Kater. Der Kater war körperlich überlegen und verprügelte regelmäßig die Katze. Mit zunehmendem Alter wurde der Kater etwas dicker, so dass er nur noch mühsam durch die Katzenklappe passte. Offenbar hatte sich die Katze die jahrelangen Drangsalierungen gemerkt, denn sie wartete, versteckt und in Sicht der Katzenklappe so lange, bis der Kater halb in der Katzenklappe steckte, um ihn dann mühelos und ohne Gefahr das Hinterteil zu verprügeln. ;-)
Das ist ja zum Quietschen! Man sollte das Erinnerungsvermögen von Katzen nicht unterschätzen…