Housekeeping

Zur Tagespolitik: Erst unfassbaren Blödsinn reden, am nächsten Tag erwartungsgemäß zurückrudern und relativieren. Kanzler kann der nicht! Auch Frau Gaskraftwerk geht mir unerträglich auf die Nerven. Es kommt einem der Qualm aus den Ohren, man möchte um sich schlagen oder heulen angesichts der Blödheiten und Ungerechtigkeiten, die auf uns zurollen.

Solche hilflose Wut läßt sich manchmal in Energie umformen. So warf ich mich mit Schwung in jede denkbare Art von Housekeeping. Das begann mit einer neuen Pflanzrunde. Nun leben auf meinem Balkon zwanzig verschiedene Pflanzenarten, es ist nirgendwo mehr Platz auch nur für den kleinsten Blumentopf, alles grünt und blüht – der Sommer darf kommen. Der Waldmeister ist schon so weit, daß ich demnächst wieder trockenen Weißwein damit aromatisieren kann.

Wohnungs- und Putzwirbeln folgten. Duschen. Der Versuch anschließend einen Spaziergang zu machen hat nicht wirklich funktioniert, der Wind war heftig und sehr kühl. Trotz Sonne nicht angenehm, also zurück nach Hause. Weiter ging es in der Küche. Eine Maschine Wäsche wurde durchgejagt und aufgehängt, danach kam der spaßige Teil. Resultat: eine Lauch-Cremesuppe, Möhrensalat, Bratkartoffeln, Hefezopf. Nachher räumt Frau dann noch die Spülmaschine aus.

Das darf man einen produktiven Tag nennen.

Sauer auf unsere sogenannten Politiker bin ich immer noch. Sehr. Aber hilft mir das? Oder sonst jemandem?

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