Wilder Montag
Es gibt Tage, da kommt einfach alles zusammen. Noch gestern Abend kamen Mails rein, die sämtliche Vorgespräche, die ich mit dem Klienten hatte, ad absurdum führen – ganz andere Anforderungen als besprochen/geplant. In der Folge hänge ich eine Stunde in einer telefonischen Konferenz, die mich nun erst einmal wieder in eine Warteschleife schickt. Wenn die nicht wissen, was sie eigentlich wollen bzw. welche Ziele sie mit ihren Sachen erreichen wollen, ist das eine Lücke, die ich nicht füllen kann. Also weiter warten auf Godot und Beratungsaufwände, die erst einmal auf meine Kosten gehen. Das wird nun aufhören. Der Ball ist bei Ihnen, jeder weitere Schritt wird Kosten auslösen.
Zwei Klienten schreien Alarm, weil ein wesentliches Plugin nicht mehr funktioniert. Ich raufe mir die Haare, kann den Fehler zunächst nicht festnageln, die Konsole gibt weder Fehler noch Warnungen aus. Natürlich frisst der Versuch den Fehler zu finden/einzukreisen, einiges an Zeit. Verspätet dämmert mir: Die Gemeinsamkeit der beiden Präsenzen liegt in einer bestimmten Serverstruktur. Das besagte Modul läuft – seit um den Dreh etwa 10 Jahren auf vielen der von mir betreuten Präsenzen – störungsfrei und stabil. Die Gemeinsamkeit setzt mich aufs richtige Pferd. Ich befehle den beiden Servern ihre jeweiligen Caches zu löschen – und schon ist alles fein. Pfff. Es gibt so Lagen … Erfahrung ist wie Hubraum – Erfahrung ist nur durch Erfahrung zu ersetzen.
Inzwischen ist es fast 16 Uhr, ich habe noch Gespräche zu führen, Rechnungen zu schreiben. Logisch kotzen mir inzwischen Tiere in die Bude, kommt die Nachbarin längs und bittet mich um Wohnungspflege für die nächste Woche, holen Nachbarn ihre Pakete ab, sowas eben. Lauter kleine Störer.
Irgendwie zerrinnt mir dieser Tag unter den Fingern, und ich fühle mich wie ein Brummkreisel. So dieses Gefühl von dauernd-ist-irgendwas. Kennt man, oder? Wenn ich etwas wirklich hasse sind es diese Wellen – tagelang ist gar nichts los, dann tanzt plötzlich der Papst im Kettenhemd. Verabreden die sich heimlich?
Die Freundin holt ihren Kirschenanteil ab und erfreut mich mit eine Strauß Pfingstrosen; ein Pausenmoment in einem wirren Tag.
Immerhin versäume ich draußen wohl nichts. Die Temperaturen sind nicht nach Juni, der immer wieder auftauchende Schlagregen auch nicht. Wo bleibt denn der Sommer, bitte?
Die Rechnungen werde ich am Mittwoch schreiben, für morgen habe ich andere Pläne.























































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































